Speyer liegt gut 600 Kilometer von der Küste entfernt. Trotzdem richten wir jedes Jahr Seebestattungen aus, oft für Menschen, die zur See gefahren sind oder deren schönste Erinnerungen am Meer liegen.
Was eine Seebestattung ist
Die Asche wird in einer wasserlöslichen Urne der See übergeben. Das Schiff läuft aus einem Hafen an Nord oder Ostsee aus und fährt in ein ausgewiesenes Seegebiet. Dort hält es an, der Kapitän spricht ein paar Worte, die Urne wird zu Wasser gelassen und das Schiff umrundet die Stelle.
Danach erhalten Sie eine Seekarte mit den genauen Koordinaten der Beisetzungsstelle. Viele Familien fahren Jahre später noch einmal dorthin.
So läuft sie ab
- Einäscherung bei uns in der Region. Eine Seebestattung setzt eine Feuerbestattung voraus.
- Trauerfeier vor Ort. Wenn Sie möchten, halten wir die Trauerfeier in Speyer ab, im gewohnten Kreis. Nicht jeder kann an die Küste mitkommen.
- Überführung. Wir bringen die Urne zur Reederei. Sie müssen sie nicht selbst transportieren.
- Die Beisetzung. Zu einem abgestimmten Termin, mit oder ohne Angehörige an Bord.
- Die Seekarte. Kommt einige Tage später per Post, mit Datum, Uhrzeit und Koordinaten.
Nordsee oder Ostsee
Beides ist möglich. Die Nordsee bedeutet meist die Deutsche Bucht, etwa 10 bis 12 Seemeilen vor der Küste, mit Häfen wie Cuxhaven oder Büsum. Die Ostsee bedeutet die Kieler oder Lübecker Bucht mit ruhigerem Wasser und kürzeren Fahrten.
Wenn Angehörige mitfahren und leicht seekrank werden, raten wir zur Ostsee. Wenn der Verstorbene einen konkreten Bezug hatte, etwa zu einem bestimmten Hafen, richten wir uns danach.
Mitfahren oder nicht
Sie haben zwei Möglichkeiten. Bei der Begleitfahrt ist die Familie an Bord. Rechnen Sie mit einer Anreise am Vortag und einer Fahrt von zwei bis drei Stunden. Auf den Schiffen gibt es einen Raum für die Trauergäste und meist Kaffee.
Bei der stillen Beisetzung übernimmt die Reederei die Beisetzung ohne Angehörige. Das ist deutlich günstiger und für viele Familien die praktikablere Lösung, gerade wenn ältere Menschen dabei wären. Die Seekarte bekommen Sie in beiden Fällen.
Ein Vorschlag aus der Praxis: Trauerfeier in Speyer im großen Kreis, danach stille Beisetzung auf See und einige Wochen später eine kleine Fahrt mit den engsten Angehörigen an die Küste. So ist niemand ausgeschlossen.
Was sie kostet
Eine Seebestattung liegt insgesamt bei etwa 4.620 Euro. Davon entfallen 3.082 Euro auf unsere Grundleistungen, rund 950 Euro auf Einäscherung, zweite Leichenschau und den Versand der wasserlöslichen Urne sowie 590 Euro auf die Reederei bei stiller Beisetzung.
Eine Begleitfahrt mit Angehörigen kostet statt der 590 Euro rund 2.100 Euro, im Atlantik oder Mittelmeer 4.600 Euro. Dazu kommen Ihre eigene Anreise und Übernachtung.
Damit ist die Seebestattung eine der günstigeren Formen. Es entstehen keine Friedhofsgebühren im klassischen Sinn und keine Folgekosten für Pflege.
Und der Rhein?
Speyer liegt am Rhein und wir werden regelmäßig gefragt, ob eine Beisetzung dort möglich ist. Auf deutschen Binnengewässern ist sie nicht zulässig. Es gibt allerdings Anbieter, die eine Rheinbestattung im niederländischen Abschnitt organisieren. Wir klären das gerne für Sie ab und sagen Ihnen offen, was geht und was nicht.
Häufige Fragen
Nein. Die stille Beisetzung ohne Angehörige ist üblich und würdevoll. Die Reederei führt sie nach demselben Ablauf durch und Sie erhalten die Seekarte.
In der Regel zwei bis sechs Wochen nach der Einäscherung. Bei einer Begleitfahrt richtet sich der Termin nach dem Fahrplan der Reederei.
Ja. Ein besonderer Bezug wird in Deutschland nicht mehr verlangt. Manche Reedereien fragen danach, aber es ist keine Bedingung.
Ja, eine gemeinsame Beisetzung von Ehepartnern ist möglich, auch zeitversetzt am selben Ort. Die Koordinaten werden dann erneut angefahren.
Viele Reedereien führen ein Gedenkbuch im Hafen. Zusätzlich richten wir auf Wunsch eine Seite in unserem Gedenkportal ein.