Wenn kein Wunsch bekannt ist, steht diese Frage ganz am Anfang. Sie lässt sich nicht allgemein beantworten, aber es gibt ein paar Überlegungen, die fast immer weiterhelfen.
Wie sich Deutschland entscheidet
Rund drei von vier Bestattungen in Deutschland sind heute Feuerbestattungen. Vor vierzig Jahren war es umgekehrt. Der Wandel hat weniger mit Glauben zu tun als mit Lebensumständen: Familien wohnen weiter auseinander, Gräber lassen sich schwerer pflegen und viele Menschen möchten ihren Angehörigen keine Verpflichtung hinterlassen.
In Speyer und den umliegenden Gemeinden sehen wir dasselbe Bild. Gleichzeitig gibt es weiterhin Familien, für die ein Erdgrab selbstverständlich zur Tradition gehört. Beides ist richtig.
Die Erdbestattung
Bei der Erdbestattung wird der Sarg auf dem Friedhof beigesetzt. Der Ablauf ist der, den die meisten Menschen vor Augen haben: Trauerfeier in der Halle oder in der Kirche, danach der Weg zum Grab, dann die Beisetzung.
Sie wählen zwischen zwei Grabarten. Das Reihengrab teilt der Friedhof zu. Das Wahlgrab suchen Sie selbst aus. Nur das Wahlgrab lässt sich später verlängern und für weitere Familienmitglieder nutzen. Die Ruhefrist beträgt in Speyer für Erdgräber in der Regel 20 bis 30 Jahre.
Das spricht dafür:
- Ein Ort mit Namen und Stein, an dem die Familie zusammenkommt
- Die Beisetzung folgt unmittelbar auf die Trauerfeier, alles an einem Tag
- Ein Familiengrab kann über Generationen bestehen bleiben
- Für manche Glaubensrichtungen ist es die einzige zulässige Form
Das spricht dagegen:
- Höhere Kosten, vor allem durch die Friedhofsgebühren
- Die Beisetzung muss in Rheinland-Pfalz binnen zehn Tagen erfolgen
- Das Grab muss über Jahrzehnte gepflegt werden
Die Feuerbestattung
Bei der Feuerbestattung wird der Verstorbene im Krematorium eingeäschert. Die Asche kommt in eine Urne, die anschließend beigesetzt wird. Die Trauerfeier kann vorher am Sarg stattfinden oder später an der Urne.
Der große Vorteil ist die Zeit. Nach der Einäscherung haben Sie mehrere Wochen, um die Beisetzung zu planen. Wer aus dem Ausland anreisen muss, schafft es dann auch.
Das spricht dafür:
- Deutlich günstiger, vor allem bei den Friedhofsgebühren
- Mehr Zeit zwischen Tod und Beisetzung
- Viele Grabformen möglich: Urnengrab, Urnenwand, Gemeinschaftsanlage, Wald, See
- Kleinere Grabfläche, weniger Pflege
Das spricht dagegen:
- Der Abschied zieht sich über zwei Termine, das empfinden manche als Bruch
- Es braucht eine zweite Leichenschau, das kostet extra
- Manche Menschen lehnen die Einäscherung aus religiösen Gründen ab
Beide Formen im Vergleich
| Punkt | Erdbestattung | Feuerbestattung |
|---|---|---|
| Zeit bis zur Beisetzung | höchstens 10 Tage | mehrere Wochen möglich |
| Ruhefrist in Speyer | 20 bis 30 Jahre | 15 bis 20 Jahre |
| Grabpflege | meist erforderlich | je nach Grabart auch ohne |
| Wald oder See möglich | nein | ja |
Drei Fragen zur Entscheidung
Wenn Sie unsicher sind, hilft es, nicht über die Bestattungsart nachzudenken, sondern über diese drei Punkte.
- Gibt es einen bekannten Wunsch? Eine Vorsorgevereinbarung, ein Satz im Testament oder eine Bemerkung am Küchentisch. Was bekannt ist, hat Vorrang vor allem anderen.
- Brauchen Sie einen Ort zum Hingehen? Manche Menschen gehen jede Woche ans Grab, andere nie. Beides ist in Ordnung, aber es sollte zur gewählten Form passen.
- Wer pflegt das Grab in zehn Jahren? Wenn niemand in der Nähe wohnt, ist ein pflegefreies Urnengrab oft die ehrlichere Wahl als ein Erdgrab, das nach wenigen Jahren verwildert.
Ein Zwischenweg: Auch bei einer Feuerbestattung ist die Verabschiedung am offenen Sarg möglich, bevor der Verstorbene ins Krematorium gebracht wird. Viele Familien wählen genau diese Kombination.
Was der Unterschied kostet
Der Preisunterschied liegt bei rund 1.150 bis 2.170 Euro, hauptsächlich wegen der Friedhofsgebühren und der kleineren Grabfläche. Ein Urnen-Einzelgrab kostet in Speyer etwa 420 Euro, ein Erd-Einzelgrab rund 1.020 Euro. Bei der Feuerbestattung sind Einäscherung und zweite Leichenschau in den 900 Euro Fremdgebühren enthalten.
Was der Unterschied in Ihrem Fall ausmacht, rechnen wir im Beratungsgespräch mit Ihnen durch. Sie bekommen ein schriftliches Angebot, bevor Sie sich entscheiden.
Häufige Fragen
Bis zur Einäscherung ja. Danach nicht mehr. Deshalb lassen wir Ihnen im Beratungsgespräch bewusst Zeit und drängen nicht auf eine schnelle Unterschrift.
Nein. Sie können die Trauerfeier vor der Einäscherung am Sarg abhalten und die Urne später im engsten Kreis beisetzen lassen. Oder umgekehrt. Beides ist üblich.
Ja. Deshalb genügt bei einer Feuerbestattung in der Regel ein schlichter Sarg. Der Schmuck und die Kleidung bleiben beim Verstorbenen.
Der kommt erst Monate später, wenn sich die Erde gesetzt hat. Bis dahin steht ein Holzkreuz oder eine Tafel. Wir vermitteln Ihnen einen Steinmetz aus der Region.