Kein Stein, keine Pflege, ein Baum als Ort der Erinnerung. Die Baumbestattung ist die Form, nach der uns in den letzten Jahren am häufigsten gefragt wird. Hier steht, wie sie abläuft und was sie kostet.
Was eine Baumbestattung ist
Die Asche wird in einer biologisch abbaubaren Urne an den Wurzeln eines Baumes beigesetzt. Der Wald ist ein ausgewiesener Bestattungswald und darf dauerhaft nicht bewirtschaftet oder bebaut werden. Am Baum hängt eine kleine Namenstafel, mehr nicht.
Es gibt keine Grabpflege, keine Bepflanzung und keine Grabsteine. Das ist gewollt: Der Wald soll Wald bleiben. Für viele Menschen ist genau das der Reiz.
So läuft sie ab
- Einäscherung. Eine Baumbestattung setzt immer eine Feuerbestattung voraus.
- Baum aussuchen. Sie können vorab in den Wald fahren und sich einen Baum aussuchen. Wir begleiten Sie dabei.
- Termin abstimmen. Die Beisetzung findet zu einem festen Termin statt, meist innerhalb weniger Wochen.
- Beisetzung. Ein Mitarbeiter des Waldes öffnet die Stelle an den Wurzeln. Die Familie steht dabei. Eine Andacht ist möglich, mit oder ohne Redner.
- Danach. Sie können den Baum jederzeit besuchen. Blumen und Kerzen bleiben allerdings nicht liegen, das erlaubt die Waldordnung nicht.
Ein praktischer Hinweis: Der Weg zum Baum führt über Waldwege. Wenn ältere Angehörige dabei sein sollen, sprechen Sie uns an. Viele Wälder haben barrierearme Bereiche und wir organisieren einen Transport bis kurz vor die Stelle.
Welchen Baum Sie wählen können
- Gemeinschaftsbaum. Der Wald teilt Ihnen einen Baum zu, an dem mehrere Menschen beigesetzt sind. Die günstigste Variante, ab etwa 590 Euro Baumanteil.
- Eigener Baum. Sie wählen Ihren Wunschbaum vor Ort selbst aus, ab 2.890 Euro.
- Familienbaum. Platz für bis zu zwölf Beisetzungen, ab 3.500 Euro. Sinnvoll, wenn mehrere Generationen zusammenbleiben wollen.
Die Pacht läuft in der Regel 99 Jahre. Danach fällt der Baum an den Wald zurück, ohne dass jemand etwas verlängern muss.
Die Regeln im Bestattungswald
Ein Bestattungswald ist rechtlich ein Friedhof. Es gelten deshalb feste Regeln, die Familien manchmal überraschen.
- Nur abbaubare Urnen sind zugelassen, keine Metall oder Keramikurnen
- Keine Grabsteine, keine Bepflanzung, keine Grablichter
- Blumen und Kränze werden nach der Beisetzung wieder entfernt
- Der Baum darf nicht geschmückt oder beschnitten werden
- Die Namenstafel ist einheitlich gestaltet
Wer sich ein persönlich gestaltetes Grab wünscht, ist mit einem Urnengrab auf dem Friedhof besser bedient. Sagen wir Ihnen lieber vorher als hinterher.
Was sie kostet
Eine Baumbestattung am Gemeinschaftsbaum liegt insgesamt bei etwa 4.620 Euro. Davon entfallen 3.082 Euro auf unsere Grundleistungen, rund 950 Euro auf Einäscherung, zweite Leichenschau und Beisetzung im Wald und 590 Euro auf den Baumanteil. Bei einem eigenen Baum kommen statt der 590 Euro 2.890 Euro für den Baum dazu.
Damit liegt sie zwischen der einfachen Feuerbestattung und der Erdbestattung. Der große Vorteil: Es entstehen keine Folgekosten für Pflege oder Verlängerung.
Für wen sie passt
Sie passt gut, wenn:
- Der Verstorbene gerne draußen war
- Die Familie verstreut wohnt und niemand ein Grab pflegen kann
- Ein Ort in der Natur mehr bedeutet als ein Stein
- Folgekosten vermieden werden sollen
Sie passt weniger gut, wenn:
- Angehörige regelmäßig ein Grab besuchen und bepflanzen möchten
- Der Weg in den Wald für ältere Angehörige zu beschwerlich ist
- Ein persönlich gestalteter Grabstein wichtig ist
Häufige Fragen
Ja, in der Pfalz und im Umland gibt es mehrere ausgewiesene Wälder. Welcher für Sie am besten erreichbar ist, klären wir im Gespräch und fahren auf Wunsch gemeinsam hin.
Ja, das ist sogar üblich. Sie erwerben den Baum und erhalten eine Urkunde. Im Rahmen einer Vorsorge lässt sich das mit absichern.
Zur Beisetzung ja. Danach werden sie vom Wald wieder entfernt, damit der Waldboden natürlich bleibt. Ein kleiner Strauß bei einem Besuch ist meist geduldet.
Die Wälder haben dafür Regelungen. In der Regel bleibt die Beisetzungsstelle bestehen und der Wald markiert sie neu. Fragen Sie nach der Waldordnung, wir gehen sie mit Ihnen durch.
Ja. Vor der Beisetzung in unserer Trauerhalle oder in der Kirche und danach eine kurze Andacht am Baum. Viele Familien machen genau das.